Wegweisendes Nachhaltigkeitskonzept

Mit Hilfe ihres nach ISO 14001 zertifizierten Umweltmanagementsystems hat sich die Geschäftspolitik der HypoVereinsbank ehrgeizige Nachhaltigkeits-Ziele gesetzt. Mit der konsequenten Nutzung erneuerbarer Energien und einem effizientem Umgang mit Ressourcen verkleinert sie ihren ökologischen Fußabdruck kontinuierlich. Der Ankauf von CO2-Zertifikaten kompensiert Emissionen, deren Vermeidung nicht möglich ist und sorgt mit Klimaschutzprojekten für CO2 Einsparungen an anderer Stelle. Seit Sommer 2013 ist der Bank- und Gebäudebetrieb der HypoVereinsbank zu 100 Prozent CO2-neutral.

Der Ansatz ressourcenschonender und effizienzsteigernder Maßnahmen spiegelt sich in der Sanierung des HVB-Towers wider, der als das größte Gebäude der HypoVereinsbank bisher den höchsten Ressourcenverbrauch und damit auch ein signifikantes Einsparpotenzial aufwies. Dank der vorausschauenden Planung ist der HVB-Tower heute, mehr als 30 Jahre nach seiner Entstehung, als Green Building nun bestens für die Zukunft gerüstet.

Anspruchsvolles Nachhaltigkeitskonzept

Zur maßgeblichen Senkung des Energiebedarfs gegenüber dem Bestand wurden vor allem die Anforderungen an die Gebäudehülle, den Innenausbau und die technischen Anlagen analysiert und auf die hohen Anforderungen zeitgemäßer Nachhaltigkeitszertifizierungen abgestimmt.

Mit der integralen Planung, zu welcher auch der Nutzerkomfort, die Denkmalschutz-Anforderungen und ein energieeffizienter Gebäudebetrieb zählen, wurde für den HVB-Tower ein Nachhaltigkeitskonzept entwickelt. Dieses beinhaltete vor allem:

Nutzung von Grundwasser zum Heizen und Kühlen

  • hocheffiziente Wärmerückgewinnung
  • multifunktionale Fassade mit natürlicher Belüftung mittels öffenbarer Fenster
  • Umsetzung eines bauökologischen Materialkonzeptes
  • energieeffiziente Beleuchtung
  • Regenwassernutzung

Die prognostizierte CO2-Einsparung nach der Sanierung beträgt über 50 Prozent für die Heizenergie und über 25 Prozent für die Stromversorgung.

Heizen und Kühlen mit Geothermie

Der HVB-Tower wird durch Heiz-/Kühldecken temperiert, die durch die Geothermieanlage versorgt werden. Im Winter wird das geförderte Grundwasser mittels Wärmetauscher auf ein höheres Temperaturniveau gebracht, im Sommer erfolgt die Kühlung direkt über das Grundwasser. Der Anteil der Geothermienutzung an der Wärmeversorgung des HVB-Towers beträgt im Heizfall über 50 Prozent und im Kühlfall nahezu 40 Prozent. Zusätzlich erfolgt die Wärmebereitstellung durch die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke München und die Kälteversorgung aus den vorhandenen Kältemaschinen.

Natürliche Belüftung der neuen Bürolandschaften

Für die Frischluftversorgung passt ein zentrales Lüftungssystem mit hocheffizienter Rotations-Wärmerückgewinnung die notwendige Luftmenge bedarfsgerecht an. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Fensterlüftung durch die Nutzer.  Aufgrund der in der großen Höhe des Turmes vorhandenen Zugerscheinungen stellte diese Option eine besondere technische Herausforderung  dar. 

Energie und Fassade

Die denkmalgeschützte Bestandsfassade wurde durch eine neue, mehrschichtige und multifunktionale Kastenfenster-Fassade ersetzt, die das äußere Erscheinungsbild nicht im geringsten verändert. Die innere Schale besteht aus einer öffenbaren 3-fach Sonnenschutz-Isolierverglasung. Davor befindet sich eine Verbundglasscheibe mit einer Sonnenschutzbeschichtung zwischen den Gläsern. Be- und Entlüftungsöffnungen im Rahmenelement ermöglichen eine natürliche Belüftung der Büros.

Die ca. 6 000 Leichtmetallbrüstungselemente der alten Fassade wurden gereinigt und wieder eingesetzt. Der Wärmedurchgangskoeffizient der neuen Fassade ist  <1,0 W/m²K und weist somit ausgezeichnete Dämmeigenschaften auf.

Sonnenschutz und energieeffiziente Beleuchtung

Zum Ausschluss eines erhöhten Kühlenergieaufwandes bei sonnenbedingter Aufheizung der Räume erfolgte eine optimale Abstimmung der Verglasung mit der intelligenten Sonnenschutzsteuerung. Die maximale Tageslichtmenge kann ohne Blendung genutzt werden. Zur Sicherstellung gleichbleibender Helligkeit im Raum und ausgezeichneter Arbeitsplatzqualität steuern Tageslichtsensoren die optimale Beleuchtung mit Kunstlicht (LED).

Wasser sparen mittels Regenwassernutzung

Anfallendes Regenwasser wird über ein Gründach in Verbindung mit einer Regenwasserzisterne aufgefangen und zur Bewässerung sämtlicher Grünanlagen genutzt. In allen Bereichen wurden besonders wassersparende Armaturen eingesetzt.

Bauökologisches Materialkonzept

Bei der Auswahl jedes Materials wurde besonderer Wert auf die Regionalität und die Recyclinganteile sowie die Einhaltung von Grenzwerten für Formaldehyde und flüchtige organische Verbindungen gelegt. Des Weiteren kommen ausschließlich zertifizierte Hölzer zum Einsatz. Die strenge Umsetzung des Materialkonzeptes stellte sicher, dass nur Produkte, die die strengen Anforderungen erfüllen, auf die Baustelle kamen. Etwa 90 Prozent des entstandenen Bauschutts und der Bauabfälle wurden recycled.